HIV & Arbeitsmedizin

Meine zweite Facharztqualifikation, die Arbeitsmedizin, hilft mir den HIV-Patienten auch anders zu sehen. Zu sehen, wie er im Arbeitsumfeld agiert, welchen Beruf er hat. Die Berufskunde ist wichtig um zu wissen, wie sich eine Erkrankung, auch ausserhalb der vier Räume in denen wir uns hier befinden, auswirkt.
Stichwörter sind Burn-Out und Stigmatisierung von HIV-Patienten. "Werde ich meinen Beruf bis zu meinem Lebensende ausführen können"? "Kann ich mich finanziell wirklich absichern?" Das sind einfach Fragen die immer wieder kommen. In der Arbeitsmedizin haben wir es viel mit Angst zu tun.

 

Die Leute haben Angst vor Einstellungsuntersuchungen, haben Angst vor Eignungsuntersuchung, arbeiten vielleicht auch nicht immer als Arzt oder Krankenschwester oder in einem Bereich wo HIV wirklich kein Thema mehr ist.

Sie können auch LKW Fahrer sein, sie können in der Stahlindustrie arbeiten. Hier haben wir ganz andere Leute, ganz andere Herausforderungen zu meistern: Einzelarbeit, Nachtarbeit, Schichtarbeit, all diese Situationen wirken sich auf die Therapie aus. Auf das Immunsystem, auf den Schlaf, auf ganz viele Faktoren und da sehe ich meine Stärke, dass ich die Leute über die Jahre bestens informieren kann.“